Die Kurstadt als urbanes Phänomen - Konsum, Idylle und Moderne
Verlag | Böhlau |
Auflage | 2023 |
Seiten | 509 |
Format | 17,0 x 0,4 x 24,0 cm |
Gewicht | 1072 g |
Reihe | Städteforschung. Reihe A: Darstellungen 104 |
ISBN-10 | 341252588X |
ISBN-13 | 9783412525880 |
Bestell-Nr | 41252588A |
Kurstädte haben das Image, verschlafene Orte zu sein. In historischer Perspektive zeigen sie sich jedoch im Kontext von Modernität als Räume der Kommunikation und des Konsums.
Kurstädte in der Neuzeit: Im Spannungsfeld von ländlicher Idylle und urbaner Moderne
Kurstädte standen lange im Schatten der Stadtgeschichtsforschung: zu klein, zu idyllisch und in ihrer Bedeutsamkeit oszillierend. Eine vergleichende Perspektive auf Kurstädte enthüllt rasch, dass sie äußerst vielschichtige, ja sogar widersprüchliche Orte des entstehenden Tourismus waren. Kurstädte siedelten sich im Spannungsfeld von ländlicher Idylle und städtischer Moderne bzw. von Entsagung und Überfluss an: Kneippkuren standen neben rauschenden Theaterabenden, reiche Industrielle neben Armenbadbesuchern. Dieser Stadttypus galt als Experimentierfeld der urbanen Moderne, wo man bald zentralisierte Schlachthöfe, Fotografen und Telegrafen antraf. Kurstädte waren auch Orte der politischen Auseinandersetzung, des entstehenden Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit.