Die Kommune als Adressatin widersprüchlicher Verpflichtungen aus dem Gemeindewirtschaftsrecht und dem Gesellschaftsrecht - Eine rechtsökonomische Untersuchung zum Recht des Landes Baden-Württemberg.. Dissertationsschrift
Verlag | Duncker & Humblot |
Auflage | 2023 |
Seiten | 307 |
Format | 15,7 x 1,8 x 23,6 cm |
Gewicht | 465 g |
Reihe | Schriften zum Öffentlichen Recht 1507 |
ISBN-10 | 3428189183 |
ISBN-13 | 9783428189182 |
Bestell-Nr | 42818918A |
Die Kommune hat bei der wirtschaftlichen Betätigung in Privatrechtsform sowohl das Gemeindewirtschaftsrecht als auch das Gesellschaftsrecht zu beachten. Aus dieser doppelten Bindung können widersprüchliche Anforderungen erwachsen. Die Untersuchung zeigt, dass die Widersprüche auf eine Fehlvorstellung der Landesgesetzgeber nach der Neukonzeption der Gesetzgebungskompetenzen im Grundgesetz zurückzuführen sind und die kommunalrechtlichen Vorgaben zum Teil verfassungswidrig sind.
Die Statistik belegt, dass sich Kommunen bei der wirtschaftlichen Betätigung überwiegend privatrechtlicher Organisationsformen des Gesellschaftsrechts bedienen. Wird dieser Weg beschritten und die Rechtsform der GmbH oder der Aktiengesellschaft gewählt, hat dies für die Kommune die rechtliche Konsequenz, dass sowohl die Vorgaben des Gesellschaftsrechts zu beachten sind als auch eine Bindung an das Gemeindewirtschaftsrecht besteht. Diese doppelte Bindung kann zu Problemen führen, wenn beide Rechtsquellen widersprüchliche Anforderungen an die Kommune stellen. Wie solche Widersprüche aufzulösen sind, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Die hiesige Untersuchung analysiert die bisherigen Ansätze und offenbart eine partielle Verfassungswidrigkeit des Kommunalwirtschaftsrechts de lege lata. Abschließend wird ein neuer Lösungsansatz vorgestellt, der im Einklang mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen steht und gleichzeitig ökonomischen Belangen Rechnung trägt.
Inhaltsverzeichnis:
1. Die Kommune als Adressatin widersprüchlicher Verpflichtungen bei der wirtschaftlichen Betätigung2. Begriffsbestimmungen und Abgrenzungen3. Historische Entwicklung des Aufgabenrahmens der Öffentlichen Hand4. Unternehmen der Öffentlichen Hand aus Perspektive der neuen Institutionenökonomik5. Unionsrechtlicher Rahmen der wirtschaftlichen Betätigung von Kommunen6. Verfassungsrechtlicher Rahmen der wirtschaftlichen Betätigung von Kommunen7. Anforderungen des Gesellschaftsrechts an die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen8. Anforderungen des Gemeindewirtschaftsrechts an die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen9. Widersprüchliche Verpflichtungen von Gemeindewirtschafts- und Gesellschaftsrecht10. Auflösung widersprüchlicher Verpflichtungen der Rechtsregime11. Wirtschaftliche Betätigung von Kommunen in Privatrechtsform - de lege ferendaZusammenfassung der UntersuchungsergebnisseLiteraturverzeichnisRechtsprechungsverzeichnis
»The Municipality as an Addressee of Conflicting Obligations of Corporate Law and Municipal Economic Law. A Legal Economic Analysis of the Law of the State of Baden-Württemberg«: The municipality must observe both company law and municipal business law when engaging in economic activity in private law form. Contradictory requirements may arise from this double binding. The study shows that the contradictions can be traced back to a misconception on the part of the state legislators following the new conception of the legislative authority of the Grundgesetz, and that the municipal law requirements are in part unconstitutional.