Verlag | Francke-Buch |
Auflage | 2024 |
Seiten | 400 |
Format | 14,0 x 3,3 x 21,0 cm |
Gewicht | 455 g |
ISBN-10 | 3963624353 |
ISBN-13 | 9783963624353 |
Bestell-Nr | 96362435A |
Brandermittlerin Bri Tucker steht vor einem mysteriösen Fall. Ein ehemaliger Kollege kontaktiert sie wegen einer alten Ermittlung, aber bevor sie sich treffen können, kommt er in einem Feuer ums Leben. War es Mord? Ein geheimnisvoller Notizzettel im Besitz des Toten gibt ihr Rätsel auf.Gemeinsam mit dem Spezialagenten Marc Davis nimmt sie die Ermittlungen auf. Doch dann spitzt sich die Lage zu und sie gerät selbst in die Schusslinie ...Der erste Band einer packenden neue Krimireihe der beliebten Autorin.
Leseprobe:
Brandermittler sollten nicht in einem Feuer umkommen.Bri Tucker schob die Hände in die Taschen ihrer Jacke und ballte die Fäuste, während ihr der beißende Rauchgestank in die Nase stieg. Überall blinkten die Warnleuchten von Einsatzfahrzeugen in der Dunkelheit, während die Schaulustigen in kleinen Gruppen zusammenstanden und beobachteten, wie die hungrigen Flammen das Haus von Les Kavanaugh verschlangen.Plötzlich explodierte ein Dachfenster im ersten Stock. Gleich darauf erbebte ein Teil des Dachs ... gab nach ... und stürzte ein. Wie in einer Kaskade fliegender Funken, die in den rabenschwarzen Himmel aufstoben.Die Zuschauer wichen erschrocken zurück.Von ihrem Standort im Schatten aus musterte Bri die Leute. Das gehörte zu ihrer Arbeit als Ermittlerin. Im Auftrag der regionalen Einheit von St. Louis war sie für diesen Fall als Expertin für Brände und Explosionen verantwortlich. Die Schaulustigen konnten ihr helfen, die Puzzlestücke zusammenzusetzen, wenn der Brand gelöscht war. S ie konnten sie dabei unterstützen herauszufinden, ob das Feuer ein Unglück war oder Brandstiftung vorlag.Unter anderen Umständen hätte Bri auf Ersteres getippt. Fünfundneunzig Prozent aller Wohnhausbrände hatten harmlose Ursachen.Aber die meisten davon ereigneten sich nicht im Haus eines erfahrenen Brandermittlers, der alle Feuerrisiken kannte und sie entsprechend ausgeschaltet hatte.Wenn der Brand also auf ein Verbrechen zurückzuführen war, dann konnten die Zeugen entscheidend sein.Denn Brandstifter blieben gerne am Tatort und genossen den Anblick.Doch niemand in der unmittelbaren Nachbarschaft machte einen verdächtigen Eindruck. Die meisten waren ältere Ehepaare, die sich aneinanderklammerten und entsetzt dabei zusahen, wie die Tragödie ihren Lauf nahm. Wenn das hier Brandstiftung war und wenn der Schuldige in der Nähe war, handelte es sich entweder um einen atypischen Verdächtigen oder er versteckte sich irgendwo.»Wie lange sind Sie schon hier?«Bri drehte sich zu der Stimme um. Sergeant Frank Connor - ihr Boss - hatte tiefe Falten auf der Stirn.»Ein paar Minuten. Ich wusste nicht, dass Sie heute kommen.« »Les und ich kennen uns schon sehr lange. Wir waren vielleicht nicht immer einer Meinung, aber ich hatte großen Respekt vor seinen Fähigkeiten. Den hatten alle.«»Das habe ich schon gehört.« »Gibt es Neuigkeiten über Les? War er zu Hause?«Der Sergeant wusste es also noch nicht.Bri holte Luft. Nickte langsam. »Ja. Sie haben ihn im hinteren Teil des Hauses gefunden. Zu spät, um ihn zu retten.«Ein Muskel zuckte in der Wange ihres Vorgesetzten, als er zu dem brennenden Gebäude hinübersah, und seine Stimme klang jetzt härter. »Ich will die Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen, die ATF, einbeziehen. Als Unterabteilung des Justizministeriums, die unter anderem für Sprengstoffe zuständig ist, hat man dort mehr Ressourcen als wir. Wenn es Brandstiftung ist, müssen wir das so schnell wie möglich wissen.«Die Tatsache, dass ein Feuerwehrmann bei einem Feuer um kam, ließ offenbar auch beim Sergeant die Alarmglocken schrillen.»Sie meinen, das war Absicht?«»Kann sein. Ich könnte mir vorstellen, dass Les sich im Laufe der Jahre nicht nur Freunde gemacht hat. Wenn er einem Verdächtigen auf der Spur war, hat er nicht lockergelassen.«Hmm.Bri wandte das Gesicht ab, als eine Hitzewelle in ihre Richtung schlug. »Er hat mich gestern Morgen angerufen. Gefragt, ob ich mich mit ihm treffen könnte. Morgen Nachmittag sollte ich vorbeikommen.«Die Furchen auf der Stirn des Sergeants wurden noch tiefer. »Warum?«»Das weiß ich nicht.« Aber sie überkam plötzlich ein ungutes Gefühl, während sie über diesen Zufall nachdachte. »Ich meine, er ist in den Ruhestand gegangen, als ich gerade mal einen Monat im Team war, also kannte ich ihn kaum. Einmal habe ich ihm bei Ermittlungen geholfen, aber wir waren nicht befreundet oder so. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mich im Job zurechtzufinden und in dem Lagerhausbrand zu ermitteln, der schon in der erste